
Das UBA ist gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium nicht nur Initiator des Bundespreises Ecodesign, sondern zusammen mit dem Beirat und der Jury wesentlich an der Bewertung und Qualitätsprüfung der Einreichungen beteiligt. Im Kurz-Interview erläutert Lisa Cerny, die als Mitarbeiterin des Umweltbundesamt das Projekt von Anfang an betreut, die Maßstäbe guten Designs aus Umweltsicht.
Bitte stellen Sie sich und Ihre Aufgaben im UBA kurz vor und erzählen Sie uns, was Sie daran begeistert.
Ich bin Umweltwissenschaftlerin und arbeite seit 2009 im Umweltbundesamt zu den Themen Nachhaltiger Konsum und Ecodesign. Unsere Arbeit hat zum Ziel, ökologische Produktgestaltung als Gestaltungsprinzip in die Breite zu tragen. Dazu setzen wir Forschungsprojekte auf und haben in diesem Zusammenhang auch 2012 gemeinsam mit dem Ministerium den Bundespreis Ecodesign ins Leben gerufen.
Die Arbeit im Umweltbundesamt ist sehr vielschichtig. Als nachgeordnete Behörde des Bundesumweltministeriums gehören zu unseren Aufgabenbereichen neben der Politikberatung auch die Information der Öffentlichkeit und der Vollzug von Umweltgesetzen. In meinem Fall bedeutet das konkret, dass ich Forschungsprojekte im Bereich Nachhaltiger Konsum und Ecodesign betreue, deren Ergebnisse schließlich in Politikempfehlungen oder Informationsangeboten für spezifische Zielgruppen münden, wie beispielsweise das Ecodesignkit- eine Wissenplattform für Designer*innen und Unternehmen.
Was sind für Sie als Umweltexpertin die wichtigsten Aspekte, die im Designprozess mitgedacht werden sollten? Auf welche Kriterien legen Sie bei der Bewertung einer Einreichung am meisten Wert?
Die erste Frage, die ich mir bei der Bewertung jeder Einreichung stelle, ist, ob das Produkt oder der Service in irgendeiner Weise zur Umweltentlastung beiträgt. Das kann beispielsweise über eine intelligente Kreislaufführung stattfinden, durch die Substitution von umweltschädlichen Materialien oder auch indem ein Produktnutzen durch eine Dienstleistung ersetzt wird. Außerdem legen wir Wert darauf, dass die Einreichungen so gut durchdacht sind, dass sie ebenfalls das Verbraucherverhalten berücksichtigen und im Idealfall zu einem nachhaltigen Umgang mit dem Produkt beitragen.
Der Bundespreis Ecodesign feierte im Jahr 2026 sein 15-jähriges Jubiläum. Hat sich Ihren Beobachtungen nach seit der ersten Auslobung etwas an der Relevanz des Themas nachhaltiges Design verändert?
Erfreulicherweise wird das Thema immer präsenter bei Unternehmen aber auch für Verbraucher*innen. Nachhaltige Alternativen sind mittlerweile in allen Branchen zu finden. Außerdem sehen wir bei den Einreichungen des Bundespreises Ecodesign eine Entwicklung vom reinen Produktfokus hin zu Kreislaufwirtschaft und Serviceleistungen. Und auch die Anwendungsbereiche von KI mit Umweltrelevanz werden immer vielfältiger.

Seit der Gründung 1974 verhilft das Umweltbundesamt als zentrale wissenschaftliche Behörde kurzgefasst das Leben in Deutschland umweltfreundlicher zu gestalten. Neben der forschenden und beratenden Unterstützung der Bundesregierung bewältigt das UBA mit den inzwischen 1.600 Mitarbeiter*innen tagtäglich ein breites Aufgabenspektrum rund um das Themengebiet Umwelt auf nationaler und internationaler Ebene.