Preisträger 2017


Insgesamt sieben Beiträge wurden in diesem Jahr mit dem Bundespreis Ecodesign prämiert. Die Preise wurden für innovative Produkte, Dienstleistungen und Konzepte aus den Bereichen Architektur, Produktgestaltung, Mode, Reparatur- und Lebensmitteldienstleistungen vergeben.

Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am 27. November 2017 im Bundesumweltministerium in Berlin, ehrten Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und UBA-Präsidentin Maria Krautzberger die von der interdisziplinären Fachjury ausgewählten sieben Einreichungen.



Kategorie Produkt


Drei Beiträge wurden mit dem Bundespreis Ecodesign 2017 in der Kategorie Produkt ausgezeichnet. In dieser Wettbewerbskategorie konnten sich Unternehmen aus allen Designsparten und Branchen mit Produkten sowie Prototypen mit Marktreife bewerben, die auf dem deutschen Markt erhältlich sind bzw. bei denen dies geplant ist.


LED-Strahler C1-mini-HC
corporate friends®

Preisträgerfilm

Der LED-Strahler C1-mini-HC ist insbesondere für die flexible Beleuchtung von Vitrinen im Museums-, Messe- und Ladenbau konzipiert. Mittels eines Magnetkugelgelenks und einer magnetischen Befestigung lässt er sich werkzeuglos ausrichten und frei auf der Stromschiene platzieren. Jeder Strahler ist einzeln über einen Magnetsensor dimmbar. Der eingestellte Wert wird gespeichert und bleibt nach Stromausfall erhalten.

Jurystatement:
„In Museen werden an die Beleuchtung von Exponaten hohe Anforderungen gestellt. Der LED-Strahler C1-mini-HC setzt hier durch eine Kombination aus reduzierter Formsprache, hoher Flexibilität und maximaler Lichtqualität gestalterisch Maßstäbe. Auch hinsichtlich seiner Umweltwirkung ist das Produkt vorbildlich. Eine durchdachte Handhabung erlaubt den werkzeugfreien Austausch und die Reparatur der Komponenten. Das verwendete Leuchtmittel ist energiesparend und hat eine lange Lebensdauer.“ Dr. Claudia Perren

Detailinformationen

„Der gewissenhafte Umgang mit allen für ein Produkt notwendigen Materialien ist für mich selbstverständlich. Wenn man dies schon am Beginn des Gestaltungsprozesses beherzigt, wird man zwangsläufig zu einer Reduktion gelangen, die auch am Ende das Design und den Produktionsprozess maßgeblich positiv beeinflussen wird. Die Schwierigkeit liegt jedoch in der Reduktion auf das unbedingt Notwendige und das Weglassen jedes dekorativen Elementes. Ecodesign ist somit ein leiser, aber wichtiger Begleiter in meinem gesamten Gestaltungsprozess.
Bei der Produktentwicklung muss man eine ganze Reihe komplexer Zusammenhänge beachten, welche am Ende im Wesentlichen das Design, insbesondere aber den gesamten Prozess von der Entwicklung bis zum Verkauf beeinflussen. Ökologische Kriterien können dabei helfen, Prozesse zu vereinfachen und zu einer Kostenersparnis zu gelangen. Allein die Reduktion der Bauteile eines Produktes auf das absolut Nötigste in Verbindung mit einer minimalen Baugröße und energiesparenden Komponenten hilft nicht nur gut wirtschaften, sondern schont auch unsere Umwelt.
Im Rahmen eines Gestaltungsprozesses kann es manchmal schwierig sein, Prioritäten zu setzen: Wo platziere ich mein Produkt am Markt? Wen soll es erreichen? Wie lange muss es halten? Was muss es können und was darf es am Ende kosten? Der gewissenhafte und sorgsame Umgang mit den Ressourcen ist dabei ein ständiger Begleiter, der nicht immer konform geht mit anderen Prozessen, gerade wenn es auch um die Kosten geht. Wir sind eine Manufaktur, die in Deutschland hochwertige Produkte produziert und vertreibt. Zu leicht kann man dem globalen Angebot einer äußerst preiswerten und nicht kontrollierbaren Fertigung verfallen. Gutes Design, ausgesuchte Materialien, regionale und sorgfältige Produktion verlangen ihren Preis, sind aber von wichtiger Bedeutung, wenn es darum geht, auf dem Markt zu bestehen. Gutes Design und ökologisches Bewusstsein sind demnach immer eng verknüpft. Nur so kann Ecodesign auch nach außen getragen werden.
Als Ratschlag für andere: Ein Produkt lebt in erster Linie von seiner guten Gestaltung. Im Laufe seines Lebens wird es geprägt von Veränderungen, stetiger Verbesserung bis hin zu seinem Verschwinden oder dem Ersatz durch etwas Neues. Diesen Lebenslauf sollte man dabei immer wieder hinterfragen und von Beginn an im Blick haben.
Meines Erachtens wird Ecodesign noch viel zu wenig global gedacht. Es sind oft nur Ideen, Konzepte oder Nischenprodukte, die den Anspruch auf ökologisches Design teilen. Ecodesign wird schnell ausgegrenzt, wenn es um das Überleben von Produkten im harten globalen Wettbewerb geht.“ (Jan Eickhoff)

Geschirrspüler G 6000 EcoFlex
Miele & Cie. KG

Preisträgerfilm

Die Geschirrspüler G 6000 EcoFlex verbinden sehr gute ökologische Werte mit technischen und gestalterischen Innovationen. Neu eingesetzte Materialien und eine durchdachte Gestaltung ermöglichen eine ideale Positionierung für die schonende Reinigung und Trocknung von Stielgläsern. Ein Wärmespeicher trägt zur deutlichen Reduktion des Energieverbrauchs bei. Die verwendeten Materialien weisen eine hohe Recyclingfähigkeit auf, Verbundstoffe werden weitestgehend vermieden. Zudem sind die Geräte auf eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren getestet.

Jurystatement:
„Haushaltsgeräte sind ein Bereich, in dem in den letzten Jahren schon deutliche Verbesserungen bei den Umweltbilanzen erzielt werden konnten. Umso bemerkenswerter, dass der Preisträger es geschafft hat, die beste Energieklasse A+++ um weitere 20 % zu unterbieten. Die Geschirrspüler G 6000 EcoFlex von Miele erreichen das u. a. durch einen Wärmetauscher mit zwei getrennten Wasserkreisläufen. Das Frischwasser wird dabei durch Zirkulation des Brauchwassers vorgewärmt. Die intelligente Steuerung ermöglicht die Nutzung von Warmwasser der Solaranlage oder die zeitliche Programmierung für den Waschvorgang mit einem günstigen Stromtarif. Die Geräte sind ferner für eine lange Lebensdauer konzipiert. Eine rundum saubere Sache!“ Prof. Matthias Held

Detailinformationen

„Seit Langem schon hat uns die Verschwendung geärgert, dass mit dem abgepumpten Spülwasser auch eine Menge Wärmeenergie weggespült wird. Daher freut es mich besonders, dass es nun gelingt, einen Teil der Wärme über den Wärmespeicher zurückzugewinnen und im Spülprogramm weiter zu nutzen. Dies ist ein schönes Beispiel dafür, wie mit ein wenig technischem Mehraufwand eine nachhaltige Innovation gelingen kann, die sich nicht nur für den Kunden amortisiert, sondern auch der Umwelt zugutekommt.“ (Dr. Martin Kornberger, Miele-Werk Bielefeld, Entwicklungsleiter Hausgeräte)

Produktvideo

Natascha von Hirschhausen – Design. Mode. Ethik.
Natascha von Hirschhausen

Preisträgerfilm

Für ihre Modekollektion „Natascha von Hirschhausen – Design.Mode.Ethik“ verwendet die Designerin ausschließlich IVN Best und GOTS zertifizierte Materialien, Plastik wird in allen Komponenten vermieden. Die Kleidung wird lokal in Berlin produziert, die Fertigung erfolgt auf Bestellung. So werden Transportwege und Überproduktion vermieden. Besondere Schnitttechniken reduzieren zudem den Verschnitt auf nur ein Prozent. Die innovativen, größenübergreifenden Schnitte sind saisonunabhängig, Reparaturen werden kostenfrei garantiert.

Jurystatement:
„Natascha von Hirschhausen ist es gelungen, durch eine gut durchdachte Schnittführung zeitgemäße Mode mit einem Verschnitt von nur rund einem Prozent zu entwerfen. Dabei passen sich die größenübergreifenden Schnitte allen Lebenslagen an. Eine lokale Produktion auf Bestellung rundet das tolle Nachhaltigkeitskonzept des Labels ab.“ Rita Schwarzelühr-Sutter

Detailinformationen

„Es ist für mich von großer Wichtigkeit, Ecodesign in meinem Gestaltungs- und
Produktionsprozess einzubringen. Respektvoll und anständig zu handeln, ist für mich essenziell.
Ich möchte als Unternehmerin mit mir im Reinen sein und das geht für mich persönlich nur, wenn ich mich bemühe, nachhaltig und sozial zu handeln, wo es geht.
Während eines Austauschprogramms in Bangladesch habe ich gesehen, wie viel Abfall in der konventionellen Bekleidungsproduktion anfällt. Neue Wege zu finden, diesen Müll gar nicht erst entstehen zu lassen, ist seit dem meine Vision. Dies schaffe ich durch Formstrick, Drapieren und die innovativen Minimal-Waste-Schnitte. In der Materialwahl umgehe ich Plastik, wo immer es möglich ist, und arbeite mit Siegeln und Händlern, die mir garantieren, dass der gesamte Wertschöpfungsprozess jährlich auf soziale und ökologische Rechtschaffenheit kontrolliert wird.
Damit Kunden eine fundierte Entscheidung treffen können, empfinde ich Transparenz als grundlegend wichtig. Aus diesem Grund kann man sich auf der Webseite über Fakten zu Ursprung, Verarbeitung und Produktion zu allen Materialien und Zutaten belesen. Um Überproduktionen generell zu vermeiden, arbeite ich gerne auf Bestellung. Die Kollektion kann gerne bei mir im Atelier anprobiert werden und wird dann auf Kundenwunsch angefertigt.
Eine besondere Herausforderung waren meine Schnitte, welche viel meiner Entwicklungszeit in Anspruch genommen haben. Da ich Verschnitt umgehe, indem ich die einzelnen Schnittteile ineinander verzahne, hängen die Kurven zusammen. Sprich: Sollte ich den Halsausschnitt ändern müssen, ändert sich auch die Armkurve und der Arm sitzt anders. Diese Technik braucht viel Leidenschaft und Feinschliff. Der erste Schnitt, an dem ich etwa drei Monate getüftelt hatte, hat mir gezeigt, dass es möglich ist. Das war für mich ein toller Moment.
Welche Hilfestellung bzw. welchen Ratschlag möchte ich anderen mit auf den Weg geben? Ich persönlich glaube, dass es wahnsinnig schwierig bis unmöglich ist, immer 100% ethisch korrekt zu handeln, wenngleich man sich um anständiges Handeln bemüht und bemühen sollte. Mein Rat wäre, sich und andere nicht zu verurteilen, sondern immer den Respekt zu wahren. Im Speziellen auf die Mode bezogen würde ich sagen: Versuchen Sie auf Plastik bzw. synthetische Fasern zu verzichten, wo es nur geht. Kaufen Sie, wenn möglich Bio (z. B. GOTS oder IVN Best zertifiziert).
Fragen Sie nach der Art der Produktion. Kaufen Sie nur das, was Sie brauchen oder oft tragen werden – Schlagwort: 30 Wears. Informieren Sie sich – das Angebot und die Zahl kleiner, besonderer Unternehmen ist groß. Persönlich würde ich empfehlen, auf gute Qualität, auch der Ausgangsfasern, zu achten und besondere Kleidungsstücke auszuwählen, mit denen man eine Geschichte verbindet. Das macht mir größere Freude als Massenware.
Dass ökologische Gestaltung vom Nischenmarkt zum essenziellen Teil der Wirtschaft wird, ist ein großer Wunsch von mir in Bezug auf Ecodesign. Dazu braucht es allerdings die Konsument*innen. Durch ihre Konsumentscheidungen formen diese den Markt. Allerdings bedeutet nachhaltiger Konsum aktuell für Kunden und Kundinnen einen großen Mehraufwand an Recherche und selbst dann verschleiert Green Washing manches Mal die tatsächlichen Produktionsbedingungen und Umweltauswirkungen. Auch bei intensivem Interesse kann der Kunde einfach nicht zu jedem Produkt, das er kauft, die ganze Lieferkette in allen Konsequenzen kennen. Deshalb scheint es mir auch nicht ganz schlüssig, alle Verantwortung auf die Konsumierenden „abzuladen".
Unternehmen haben auch einen großen, vielleicht sogar den größeren Teil der Verantwortung zu tragen. Leider werden besonders Großkonzerne dieser Verantwortung oft nicht gerecht, da durch die Anonymisierung und Zergliederung keine klare Verantwortungsübernahme gewährleistet ist. Meiner Meinung nach ist es an dieser Stelle Aufgabe der Politik als „Gewissen der Wirtschaft“, Mindeststandards festzulegen und damit unethisch handelnden Unternehmen zumindest den Wettbewerbsvorteil zu nehmen, bzw. zusätzlich eine Ausweisungspflicht einzuführen.
Ich wünsche mir, dass die Konsumierenden soweit frei sind, dass sie bei einem Einkauf zumindest sicher sein können, dass für ein Produkt nicht Menschenrechte verletzt wurden. Dies ist eine Aufgabe der Politik, welche mehr Transparenz und verpflichtende Mindeststandards für Konsumgüter einführen muss.
Dafür sollten wir uns als Konsumierende aber auch darauf zurückbesinnen, dass wir ebenso Staatsbürger*innen sind. Als diese können und sollten wir unseren politischen Einfluss nutzen, um zu kommunizieren, dass uns Menschenrechte und Umweltschutz, auch im Konsumgütermarkt, wichtig sind und dass wir sie gewahrt wissen wollen.“ (Natascha von Hirschhausen)


Kategorie Service


Zwei Dienstleistungen gegen Verschwendung konnten die Jury in der Wettbewerbskategorie Service überzeugen und wurden mit dem Bundespreis Ecodesign 2017 ausgezeichnet.


Bundesweites Vergleichsportal zu Reparaturlösungen / kaputt.de
kaputt.de GmbH

Preisträgerfilm

Auf kaputt.de kann nach Selbst- und Fremdreparaturlösungen für defekte Elektrogeräte (derzeit: Smartphones, Kaffeevollautomaten) gesucht werden. Anhand nutzergenerierter Parameter empfiehlt das Online-Vergleichsportal Reparaturvideos und Ersatzteilhändler, lokale Reparateure sowie Alternativen zur Reparatur, wie Secondhand-Kauf, Miete, Verkauf oder Recycling eines Gerätes. Die Reparaturempfehlungen tragen zu einer Verlängerung der Lebens- und Nutzungszeit von Elektrogeräten bei und bieten Alternativen zum Neukauf.

Jurystatement:
„Die Online-Plattform kaputt.de bietet einfache Möglichkeiten zur Selbst- und Fremdreparatur defekter Elektrogeräte und trägt dazu bei, dass kaputte Geräte nicht durch Neukauf ersetzt werden müssen, sondern durch Reparatur weitergenutzt werden können. Um die rasant steigende Menge der Elektroaltgeräte einzudämmen, brauchen wir solche Lösungen, die sich gut in unseren Alltag integrieren lassen.“
Dr. Thomas Holzmann

Detailinformationen

„Seit Kurzem haben wir auf unserer Website einen Live-Umweltticker eingerichtet Dieser zeigt wie viel an Ressourcen eingespart bzw. wie viel CO2 und Elektroschrott vermieden wurde. Seit der Gründung hat kaputt.de über 45.000 Reparaturen in die Wege geleitet. Eine Reparatur spart gegenüber dem Neukauf etwa ⅔ der Ressourcen ein. Während ein neues Smartphone in der Produktion etwa 70 kg CO2 verursacht, ist die Herstellung eines Ersatzteils stellenweise bis zu neunmal sparsamer im Ressourcenverbrauch. Mithilfe des Live-Umweltticker möchten wir noch einmal zusätzlich auf die Effektivität, Lukrativität und Zugänglichkeit von Nachhaltigkeit hinweisen.“ (kaputt.de GmbH)

Live-Umweltticker
Projektvideo

Too Good To Go – Teller statt Tonne
Too Good To Go GmbH

Preisträgerfilm

„Too Good To Go“ ist eine App zur Lebensmittelrettung. Sie ermöglicht gastronomischen Betrieben, übrig gebliebene Speisen zu einem vergünstigten Preis an Selbstabholer zu verkaufen. So müssen Restaurants, Cafés, Supermärkte und Hotels Lebensmittel, die noch gut sind, nicht entsorgen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher kommen in den Genuss einer preiswerten Mahlzeit und lernen neue Läden in ihrer Umgebung kennen. Wertvolle Ressourcen werden geschont: Mit rund zwei Millionen geretteten Mahlzeiten wurde bereits ein erster Meilenstein erreicht.

Jurystatement:
„Jeden Tag wird in Deutschland eine Unmenge von Nahrung zubereitet und später weggeworfen. Diese App ermöglicht es, für wenig Geld kurz vor Ladenschluss übrig gebliebene Mahlzeiten vor Ort abzuholen. Die Essensverschwendung wird reduziert, und beide Seiten profitieren. Diese Idee war der Jury eine Auszeichnung wert.“
Prof. Anna Berkenbusch

Detailinformationen

„Unser Geschäftskonzept beruht auf ökologischen Kriterien wie der Einsparung von CO2 und der Schonung wertvoller Ressourcen. Sie stellen somit die Grundlage unserer Arbeit dar. Unsere Mission ist es, so viele Mahlzeiten wie möglich zu retten und somit einen nachhaltigen Einfluss auf die Verringerung von Lebensmittelverschwendung zu haben.
Die Nutzung einer App ermöglicht eine einfache Verknüpfung von Verbraucher*innen und gastronomischen Betrieben. Für die einfache Nutzbarkeit und eine gute Übersicht spielt das Design für uns eine sehr wichtige Rolle. Besondere Herausforderungen ergeben sich daher bei der Gestaltung der App, da nur schwer alle Kundenwünsche integriert werden können. In Zukunft wünschen wir uns gerade in Bezug auf das für uns wichtige Thema Verpackung noch mehr ökologische Innovationen. Wir hoffen, dass immer mehr Gründer*innen Ecodesign als Grundlage für ihren Service oder ihr Produkt sehen und sich nicht durch scheinbar höhere Kosten oder Mehraufwand von einer nachhaltigkeitsfördernden Idee abbringen lassen. Nur dann kann es auch besondere Erfolgserlebnisse im Unternehmen geben, welche gleichzeitig auch einen Mehrwehrt für die Umwelt darstellen. So durften wir zuletzt das Erreichen unseres Meilensteins von 2.000.000 geretteten Mahlzeiten feiern und geben nun unser Bestes, dass es schnellstmöglich 3.000.000 Mahlzeiten werden.“ (Too Good To Go GmbH)


Kategorie Konzept


In dieser Wettbewerbskategorie werden zukunftsweisende Designstudien sowie Modellprojekte ausgezeichnet. Prämiert im Jahr 2017 in der Kategorie Konzept ist ein Entwurfsansatz, der biologische und konstruktive Prinzipien zu einem architektonischen Konzept verknüpft.

Preisträgerfilm

Der Ansatz der „Baubotanik“ verknüpft biologische und konstruktive Prinzipien zu einem architektonischen Konzept. Bäume werden mit technischen Konstruktionselementen verbunden. Mit zunehmender Größe und Stabilität der Pflanzen entstehen lebende Bauwerke. Anfangs teilweise notwendige Hilfskonstruktionen können dann zurückgebaut werden. Neben der besonderen Aufenthaltsqualität kann das Projekt einen Beitrag zum Stadtklima leisten und zeigt Potentiale der ökologischen und räumlichen Nutzung von Pflanzen in Architektur sowie Stadtplanung auf.

Jurystatement:
„Baubotanik oder das Bauen mit gewachsenen Strukturen ist ein visionärer Gestaltungsansatz, der Architektur und Natur verknüpft. Stahlkonstruktion und gewachsene Baumstruktur gehen eine symbiotische Verbindung ein und bilden stabile Tragstrukturen. So entstehen lebende Bauwerke, die wachsen und sich verändern und mit der Zeit stabiler werden. Alle Vorteile der Natur, wie Schatten zu spenden und CO2 zu absorbieren, werden in das Gebäudekonzept integriert.“
Werner Aisslinger



Kategorie Nachwuchs


Mit dem Bundespreis Ecodesign Nachwuchs 2017 wurde ein Projekt zu kreislauffähiger Mode ausgezeichnet. Die Kategorie Nachwuchs vereint Projekte aller Designsparten und bietet einen Ausblick auf innovative zukunftsweisende Projekte. Die Nachwuchspreise sind mit jeweils eintausend Euro dotiert.


DfC x JNJ Curated Circularity – Designed for Infinity
Design for Circularity, Ina Budde

Preisträgerfilm

Die Modekollektion „DfC x JNJ“ überzeugt nicht nur durch das konsequent auf Kreislauffähigkeit ausgerichtete Design, sondern auch durch intelligente Kommunikationslösungen und das zugrunde liegende EXTENDED CLOSED LOOP Modell. Ziel ist eine bessere Vernetzung innerhalb der Modewirtschaft sowie der Ausbau von Rückgabestrukturen und Angeboten zur Mehrfachnutzung. Jedes Kleidungsstück der Kollektion ist mit einem scanbaren Label versehen, das u.a. die Materialzusammensetzung für Kunden und Recyclingunternehmen sichtbar macht sowie über Leasing- und Rückgabemöglichkeiten informiert.

Jurystatement:
„Nachhaltigkeit wird hier nicht nur auf Ebene der Materialität – beispielsweise mit den innovativen, biologisch abbaubaren Produkten der Firma Lauffenmühle – intelligent gelöst, sondern das System Mode wird auch als Ganzes in den Blick genommen: QR-Codes auf den Etiketten sorgen für Transparenz und Nachverfolgbarkeit, Zweitverwendungen als Second-Hand oder Leasing-Modell werden propagiert. Dieser Ansatz soll als Start-Up-Designagentur mit jungen Labels wie JAN 'N JUNE auf den Weg gebracht werden.“
Prof. Friederike von Wedel-Parlow

Detailinformationen

„Mit jeder einzelnen Entscheidung, die wir treffen, haben wir Einfluss auf das heutige Leben sowie die Zukunft unserer Mitmenschen und die der Umwelt. Was wäre, wenn wir ab heute ausschließlich langlebige Mode kreieren, die zusätzlich unendlichen Wert besitzt – weil sie durch intelligentes Design selbst dauerhaft als Rohstoff für neue Produkte dienen kann? Wir könnten unsere endlichen Ressourcen für überlebenswichtige Bedürfnisse nutzen und das umweltschädliche Konzept von Abfall vollständig eliminieren. Ich bin überzeugt, dass dies nicht nur eine Vision ist, sondern die Zukunft, die wir heute gemeinsam gestalten.
Inspiriert vom Prinzip Cradle to Cradle verwenden wir die fortschrittlichsten recyclingfähigen und kompostierbaren Textilien, jeweils prädestiniert für den biologischen oder technischen Kreislauf. Sie werden mit Garnen und Zutaten konsequent sortenrein verarbeitet. Zudem enthält jedes Produkt ein SmartTag, ein scannbares Label, welches u. a. die Materialzusammensetzung auf einer Produktseite für Kunden und Recycler zugänglich macht und so erstmals qualitätserhaltendes Faser-zu-Faser-Recycling ermöglicht.
Man könnte annehmen, recyclingfähiges Design schränkt die Gestaltungsmöglichkeiten ein. Für mich aber wirkt es vielmehr als Treiber für Innovation und inspirierte mich zur Entwicklung von neuartigen Design-Strategien und Produktkonstruktionen für Wiederverwendung und Recycling. Ich entwickelte multifunktionale Schnittgestaltungen sowie innovative Verarbeitungstechnologien wie die Lasergravur, die einem konsequenten Monomaterial-Ansatz folgen und damit die Recyclingfähigkeit garantieren.
Als Designer haben wir die große Chance, durch Entscheidungen in der Produktentwicklung positiven Einfluss auf den gesamten Lebensweg eines Produktes zu üben. Mit Design for Circularity laden wir Modemarken und Initiativen ein, über die EXTENDED CLOSED LOOP Platform unsere Materialentwicklungen und Designansätze sowie unsere Infrastrukturen der Rückführung zu Recyclern gemeinsam zu nutzen.“ (Ina Budde)

Produktbeispiel

Gefördert von


BMU
UBA

entwickelt und durchgeführt von


IDZ

Mit Unterstützung von


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Bei Fragen


info@bundespreis-ecodesign.de


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