Preisträger 2013


Die folgenden 12 Produkte, Dienstleistungen und Konzepte haben im Jahr 2013 den Bundespreis Ecodesign erhalten. Die feierliche Preisverleihung fand am 11. November in den Lichthöfen des Bundesumweltministeriums in Berlin statt.



Kategorie Produkt


In der Wettbewerbskategorie Produkt konnten Produkte, die auf dem deutschen Markt erhältlich sind, eingereicht werden. Das Spektrum war breit gefächert, es konnten Produkte aus allen Designsparten und Branchen eingereicht werden. Auch Beiträge aus den Bereichen Textil- und Modedesign fielen in diese Kategorie. Insgesamt sieben Produkte wurden mit dem Bundespreis Ecodesign 2013 ausgezeichnet.


bionic fire Attika Feuer AG
Design: Attika in-house Design-Team Stefan Stauffacher, Erwin Hauenstein und
Global Mind Network GmbH Prof. Dr. Gerdum Enders

Dank innovativer Verbrennungstechnik und automatisierter Bi-Metall-Steuerung werden beim Kaminofen bionic fire Verbrennungswerte realisiert, die bisher als nicht erreichbar galten – und dies bei einfacher und sicherer Bedienung. Die Tür schließt und verriegelt selbsttätig, Luftzufuhr und Umschaltautomatik werden in jeder Brennphase automatisch gesteuert. Sämtliche mechanischen Teile sind zugänglich und austauschbar, ein firmeneigener Kundendienst kann vom Fachhandel und Endkunden jederzeit zugezogen werden.
Der Hersteller garantiert eine lebenslange Ersatzteillieferfähigkeit. Das Design unterstreicht den fort-
schrittlichen Charakter der Feuerstelle: Saubere Verbrennung und einfache Bedienung finden ihre Entsprechung in hellen Farben und klaren Linien.

Jurystatement:
„Der Kaminofen bionic fire ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Die Werte für Emissionen und Wirkungsgrad sind hervorragend, die Feuerungstechnik innovativ, die Bedienung einfach. Das Gerät ist leicht zu reparieren und insgesamt langlebig. Ein absolut preiswürdiges Produkt.“ (Jochen Flasbarth)

Detailinformationen

Ecodesign?
Design ist bewusste Codierung. Sehen wir das im globalen Systemzusammenhang, dann ist jede weitere Gestaltung ein Eingriff in die Gesamtbilanz unseres Planeten. Was liegt damit näher als sinnvolle Produkte zu gestalten. Doch was ist sinnvoll?
Verzichtsoptik im Sinne von Ökojüngern hat heute ausgedient. Es geht darum, Produkte zu codieren, die in unsere Zeit passen, die gut aussehen und die dennoch ökologisch sind. Ökologische Produkte haben nur dann Bedeutung für die Welt, wenn sie geschätzt, gekauft und verwendet werden. Und da ist Design als bewusste Codierung ökologischer Funktion der Schlüssel zur Akzeptanz im Markt. Ecodesign ist damit für mich die Zukunft der Gestaltung.

LOHAS – eine neue Zielgruppe?
Green Economy ist neben der Globalisierung und Digitalisierung der Megatrend, der unsere Märkte verändern wird. Woher kommt dieser Trend? Vom Markt? Nein, er entstand durch ein verändertes Verbraucherverhalten. Neue Werte haben zu einer nachhaltigeren Konsumkultur geführt. Das Marketing nennt die neue Zielgruppe LOHAS. Neu ist die Zielgruppe nicht wirklich, früher hieß sie Ökos. Neu ist die Konsequenz und Klarheit, mit der Produkte decodiert und bewertet werden, um dann als sinnvoll oder nicht notwendig selektiert zu werden.
Unter der Perspektive des transparenten Konsums wird sich der Markt um viele der üblichen Design-Produkte als eher temporäre Erscheinungen bereinigen. Darüber hinaus werden sich auch Märkte verändern. Sinnvolle Produkte können gemeinsam entstehen (Open Innovation) und auch geteilt werden (Sharing Economy). In Zukunft werden wir alle ein bisschen LOHAS werden – unseren Kindern und unserem Planeten zuliebe.

Prof. Dr. Gerdum Enders

Mehr Informationen zum Preisträger bionic fire hier.



Hilti TE-YX Hilti AG

Der Hammerbohrer für Stahlbeton wird mittels Kaltumformung hergestellt – als einziger Bohrer seiner Art auf dem Markt. Die Kaltumformung reduziert die Umweltbelastung erheblich, da kein Materialabfall anfällt, der bei herkömmlich gefertigten Bohrern bis zu ca. 30% beträgt. Die Kaltumformung gewährleistet darüber hinaus auch den Erhalt der Stahlstruktur und -härte. Der Bohrer als Endprodukt ist daher um 20-35% leichter als ein herkömmlicher Bohrer, da für eine leistungsfähige Wendel weniger Stahl benötigt wird. Durch das hochwertige Hartmetall des Bohrkopfes und die besondere Konstruktion, die ein Verhaken bei Eisentreffern verhindert, besitzt der Bohrer eine erheblich höhere Lebensdauer.

Jurystatement:
„Lebensdauer und Produktnutzen sind Grundlage des innovativen Herstellungsprozesses der Hilti TE-YX. Zusätzlich wurde der Materialeinsatz um 30% verringert und das Gewicht reduziert. Eine einzigartige Funktions- und Leistungsgarantie, über die der Bohrer kostenlos ersetzt wird, komplettieren den Produktlebenszyklus.“ (Prof. Günter Horntrich)

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LifeCycle Tower - intelligente Lösung für nachhaltigen Städtebau Cree GmbH

Der LifeCycle Tower wurde in einem interdisziplinären Forschungsprojekt als Alternative zu herkömmlichen Bausystemen im Hochbau entwickelt. Das flexible und weltweit einsetzbare Holz-Hybrid-Bausystem für großvolumige Gebäude mit bis zu 30 Stockwerken bietet verglichen mit herkömmlichen Systemen vielfältige Vorteile für Umwelt, Bauherren und Nutzer: halbierter Ressourceneinsatz, hohe Energieeffizienz und bis zu 90% CO2-Einsparung. Die lebenszyklusorientierte Planung und sortenreine Verwendung der Materialien ermöglichen eine einfache Umnutzung und höchstmögliche Wiederverwendbarkeit beim Rückbau. Die regionale Fertigung der Systemelemente reduziert das Transportaufkommen und die CO2-Belastung.

Jurystatement:
„Der LifeCycle Tower ist eine Konstruktions- und Bauweise für Gebäude bis zu 30 Stockwerken. Das Holz-Hybrid-Bausystem wird weitestgehend industriell vorgefertigt und besteht überwiegend aus dem nachhaltigen Werkstoff Holz. Beton wird nur partiell eingesetzt. Das Ergebnis dieser innovativen Konstruktionsweise bedeutet eine Halbierung der eingesetzten Ressourcen und bis zu 90% CO2-Einsparung. Fantastisch!“ (Nicola Stattmann)


Metro-Plattform Inspiro Siemens AG
Design: BMW Group DesignworksUSA, Munich Studio Tom Allemeier

Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit von der Herstellung über den täglichen Betrieb bis zur nahezu vollständigen Recyclingfähigkeit (ca. 95%) waren Schwerpunkte bei der Entwicklung der Metro-Plattform. Durch Leichtbauweise und ein gewichtsoptimiertes Fahrwerk konnte das Gewicht eines 6-teiligen Zuges um ca. 18 Tonnen reduziert werden. Besonderes Augenmerk wurde auf die Verwendung bereits rezyklierter Sekundärmaterialien sowie auf eine einladende Innenraumgestaltung gelegt.

Jurystatement:
„Verminderter Materialeinsatz, reduzierter Energieverbrauch und gute Recyclingfähigkeit zeichnen die Metro-Plattform aus. Der besondere Mehrwert wird durch den gesteigerten Fahrgastkomfort generiert. Die öffentlichen Verkehrsmittel erfahren eine Aufwertung, was den Umstieg vom Individualverkehr zum öffentlichen Nahverkehr fördert.“ (Prof. Günter Horntrich)

Detailinformationen

Pressemitteilung zur Metro-Plattform Inspiro

Mehr Informationen zur Metro-Plattform Inspiro hier.



PYUA – Ecorrect Outerwear Sportsman's Delight GmbH

PYUA ist die erste Funktionsbekleidungsmarke weltweit, die hochwertige Wintersportbekleidung aus bereits recycelten oder recycelfähigen Materialien fertigt und diese in dem sogenannten Closed-Loop-Recycling-System wiederverwertet. Mit diesem System werden Energieverbrauch und CO2-Austoß reduziert, Ressourcenverschwendung wird vermieden. Durch die fluorcarbonfreie Ausrüstung werden Maßstäbe gesetzt, das für die Imprägnierung eigens entwickelte Polyester-Laminat CLIMALOOP ist schadstofffrei. Der angebotene Reparaturservice trägt zu einer Verlängerung der Lebensdauer bei.

Jurystatement:
„Eine konsequent umweltbewusste und intelligente Produktentwicklung – besonders hervorzuheben sind die fluorcarbonfreie Ausrüstung, Nutzung von Recyclingfasern und Recyclingfähigkeit mitsamt Rücknahmesystem. Stilbewusst, funktional ausgereift, stark in der Farbgebung und mit Kultstatus unter Kennern. Die Macher kennen ihr Produkt und ihre Produktionskette und machen so glaubhaftes, innovatives Ecodesign vor. Respekt!“ (Prof. Friederike von Wedel-Parlow)

Detailinformationen

„Ich habe PYUA ohne die Kriterien Ecodesign als Idee bereits 2007 gehabt.
Ob es Ecodesign in der heutigen Bedeutung damals schon gegeben hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht.
Für PYUA ist seit jeher der Anspruch, das derzeit nachhaltigste Produkt für einen von uns definierten Einsatzbereich zu entwickeln. Die ausgewählten Materialien, die Verbindung zu unserem Recyclinggedanken und die Performance haben somit einen großen Einfluss auf unser Produkt und somit auch auf das Design. Wir betrachteten immer und zu jedem Zeitpunkt unsere Kernaussage „Umweltschutz“ oder auch neudeutsch „Sustainability“ und erschaffen Cleantech Produkte. Das schönste Ergebnis unsere Arbeit ist es die Entwicklung direkt zu begleiten, die Produkte auf den Markt bringen zu dürfen und vor allem zu erfahren, dass der Verbraucher es zu würdigen weiß.

Wir sind davon überzeugt, dass Ecodesign fester Bestandteil der Zukunft sein wird und muss. Ohne diese Eigenschaft werden Produkte und Marken, vielleicht sogar ganze Industrien in Zukunft nicht mehr existieren können.

Unser Design fügt sich im wahrsten Sinne des Wortes in die Natur ein und schützt diese, nämlich genau dort, wo unser Produkt genutzt wird: Draussen. Als Vater zweier Kinder liegt dies ebenso in meiner Verantwortung, wie das Lehren zwischenmenschlicher Werte und eines gesunden Umgangs miteinander.“

Timo Perschke (CEO)

Second Life Rugs – Handgefertigte Upcycling Teppiche
Second Life Rugs Ute Ketelhake

Second Life Rugs sind handgeknüpfte Hochflorteppiche aus Lana Cotta (reiner, gekochter Wolle). Bei der Herstellung der Teppiche werden Produktionsüberreste aus reiner Schurwolle zu Unikaten geknüpft. Wertvolle Rohstoffreste werden innovativ weiterverarbeitet und durch Upcycling zu einem neuen, hochwertigen und langlebigen Produkt. Die Teppiche werden in Kooperation mit sozialen Netzwerken, Werkstätten oder benachteiligten Personengruppen hergestellt.

Jurystatement:
„Ein gut durchgedachtes Upcycling-Produktionskonzept, das Produktionsabfälle aus bereits gesponnener und gefärbter Schurwolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung ästhetisch gelungen in von Hand gefertigten Teppichunikaten verwertet. Wertvolle Rohstoffreste werden so innovativ zu einem anspruchsvollen Produkt weiterverarbeitet.“ (Prof. Friederike von Wedel-Parlow)

Detailinformationen

„Industriell gefertigte Güter lassen auf Grund ihrer extremen Ordnung und Reizarmut unsere Sinnlichkeit und unsere Beziehung zur materiellen Welt verkümmern. Durch die Massenproduktkultur und deren Produktionsbedingungen geraten wir leicht in einen Entfremdungsprozess.

Ich möchte, dass Komfort und Behaglichkeit ebenso wie Verantwortung für die Umwelt das Produkt ausmachen und es zu einem Lieblingsstück werden lassen.
Oft wird mit dem Begriff Ressourcenschonen „frierend im Dunkeln sitzen“ assoziiert. Mir ist es wichtig deutlich zu machen, dass Nachhaltigkeit nicht zwangsläufig etwas mit Verzicht oder Einschränkung zu tun haben muss.

Second Life Rugs verkörpern Opulenz und einen großzügigen Umgang mit dem hochwertigen Material. Ein Teppich wiegt 25 kg und ist aus erstklassiger Merinowolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung geknüpft. Wer auf einem Second Life Rug liegt, spürt das dichte, flauschige Material. Beim Griff in den hohen Wollflor hinein, oder barfuß darüber gehend, nimmt man die komfortable Üppigkeit wahr.

Im Gegensatz zur betriebswirtschaftlichen Sparsamkeit bei Material und Zeiteinsatz in der Industrie, verkörpern Second Life Rugs hohe Wertigkeit durch intensiven Materialeinsatz und entschleunigten Entstehungsprozess.
Gutes Design ist für mich der Einklang von Gestaltung, Ökologie sowie nachhaltiger und sozial verträglicher Herstellung.“

Second Life Rugs - Ute Ketelhake

ZAwheel – Elektromobilität der Zukunft Ziehl-Abegg SE

ZAwheel ist ein Elektroantrieb für Nutzfahrzeuge, der in der Mitte des Rades sitzt. Dieser Radnabenantrieb hebt die Effizienz auf 90% – im Gegensatz zu 20 bis 30% bei einem Verbrennungsmotor. Der Radnaben-
antrieb besitzt kein Getriebe und benötigt auch kein Differential – das macht ihn noch effizienter als andere Elektroantriebe. Er kann problemlos in bestehende Busse (Retrofit) eingebaut werden. Die hohe Energie-
einsparung, die Lärm- und Feinstaubreduzierung sowie der völlig CO2-freie und NO2-freie Linienbetrieb sprechen für sich.

Jurystatement:
„Mich beeindruckt nicht nur die Finesse des Antriebes – ein Elektroantrieb ohne Getriebe und Differential, der in der Mitte des Rades sitzt, die Bremsenergie zurückspeist und dadurch die Effizienz im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor erheblich steigert. Überzeugend ist zudem, dass der Antrieb problemlos in bestehende Busse eingesetzt werden kann – das eröffnet neue Möglichkeiten der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.“ (Dr. Ulf Jaeckel)



Kategorie Service


In der Wettbewerbskategorie Service konnten Dienstleistungen und Systemlösungen eingereicht werden. Diese sollten einen erkennbaren Beitrag zur Umweltentlastung leisten, die zugrunde liegenden Prozesse sollten zugänglich und nutzerfreundlich gestaltet sein. Das folgende Projekt konnte die Jury überzeugen und wurde mit dem Bundespreis Ecodesign 2013 ausgezeichnet:

Der SOLARKIOSK ist als unabhängige Energiequelle für die ländliche Bevölkerung von Entwicklungsländern konzipiert. Kunden können am Kiosk ihre Mobiltelefone aufladen, Radio hören, Medikamente kühlen oder Solarlampen kaufen. So müssen sie nicht mehr die gesundheitsschädlichen Kerosinlampen oder Dieselgeneratoren verwenden, um nachts Licht zu haben. Nach nur fünf Sonnenstunden kann der Kiosk drei Tage lang betrieben werden.

Jurystatement:
„Der Solarkiosk überzeugt als Gesamtkonzept und in der gestalterischen Umsetzung. Über eine solarenergiebasierte Stromversorgung ermöglicht er der lokalen Bevölkerung Zugang zu Energie. Darüber hinaus bietet er eine Geschäftsgrundlage für kleine, lokale Unternehmen und dient als sozialer Treffpunkt.“
(Dr. Dietlinde Quack)



Kategorie Konzept


In der Wettbewerbskategorie Konzept konnten zukunftsweisende Konzepte, Studien und Modellprojekte eingereicht werden. Die Arbeiten sollten sowohl aus Design- als auch aus Umweltsicht einen hohen Innovationsgrad aufweisen und realisierbar sein. Das folgende Projekt wurde mit dem Bundespreis Ecodesign 2013 ausgezeichnet:


Revolver – Personal Wind Turbine frog design Europe GmbH
Design: frog design Europe GmbH Paul Bradley, Jonas Damon, David Gustafson, Jinseok Hwang, Brian Wasson und Ryan Wickre

Die Windturbine produziert selbst bei leichter Brise bis zu 35 Watt – genug um gleichzeitig Laptop, Handy und eine Lampe mit Strom zu versorgen. Mit einem Handgriff öffnen sich die vier geschwungenen Darrieus-Turbinenblätter. Bei hohem Wind sichern Stahlstifte zum Befestigen im Boden den Stand des Stativs. Die Turbine ist annähernd so groß wie ein Regenschirm und kann daher leicht transportiert und verstaut werden.

Jurystatement:
„Energetische Autarkie ist ein aktueller Anspruch an alle Lebensbereiche. Nachdem Solarzellen in Textilien oder Rücksäcke eingearbeitet wurden und so für mobile Menschen Ladeoptionen für ihre elektronischen Geräte bereitstellen, nimmt sich das Projekt Revolver der Stromerzeugung durch Windkraft für unterwegs an. Die Windturbine als Mitnahmeobjekt für Traveller oder Outdoor Aktivisten wird durch den Einsatz der Darrieus Turbine, die mit einer Leistung von 35 Watt im Verhältnis zur Baugröße äußerst effizient zu sein scheint, eine Energieerzeugungsalternative für naturverbundene Menschen, die dennoch auf ihre Zivilisationstools nicht verzichten wollen und einen hohen Anspruch an Design haben.“ (Werner Aisslinger)



Kategorie Nachwuchs


In der Wettbewerbskategorie Nachwuchs konnten sich Designstudierende sowie Absolventinnen und Absolventen bewerben. Der Studienabschluss sollte nicht länger als drei Jahre zurückliegen (Stichtag war der Ausschreibungsbeginn am 14. Januar 2013). Die Kategorie Nachwuchs ist als Querschnittskategorie zu verstehen, es konnten Projekte aus sämtlichen Designsparten eingereicht werden. In der Wettbewerbs-
kategorie Nachwuchs wurden insgesamt drei Projekte mit dem Bundespreis Ecodesign 2013 ausgezeichnet. Die Nachwuchspreise sind mit jeweils eintausend Euro dotiert.


Integrated Urban Morphologies
Florian Krampe, Christopher Voss
Universität Stuttgart

Die energetischen und klimatischen Anforderungen an Gebäude sind in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Das Entwurfsprogramm Integrated Urban Morphologies nutzt computergestützte Formgenerierungsmethoden, um die komplexen Anforderungen frühzeitig im Entwurf abzubilden. So wird es möglich Gebäude zu entwerfen, die durch ihre Form intelligent auf energetische und klimatische Rahmenbedingungen reagieren. Der entwickelte Algorithmus gestattet es, Entwurfsparameter wie die Grundstücksfläche, die maximale Höhe sowie die gewünschte Anzahl von Nutzungseinheiten (z.B. Wohnungen oder Büros) festzulegen und automatisch Varianten zu generieren.

Jurystatement:
„Bei dem Projekt Integrated Urban Morphologies handelt es sich um ein Entwurfsprogramm mit dem - unter Berücksichtigung der jeweiligen Klimabedingungen und der Lage eines Grundstücks - die bestmögliche Anordnung, Form, Ausrichtung, Strukturierung und Ausstattung des Gebäudes ermittelt werden kann. So reduziert sich der Energiebedarf sowohl im Bau als auch im späteren Betrieb des Gebäudes. Ein hervorragendes Tool!“ (Nicola Stattmann)

Detailinformationen

„Während unseres Studiums und in der Praxis hat uns immer wieder verwundert, wie wenig die Potentiale des Computers als Entwurfswerkzeug genutzt werden, um den steigenden energetischen und klimatischen Anforderungen, die an die gebaute Umwelt gestellt werden, gerecht zu werden. Der übliche Weg des nachträglich optimierten, händischen Gebäudeentwurfs führt jedoch häufig zu wenig befriedigenden gestalterischen Lösungen und ungewollten Kompromissen in der späteren Ausführung.

Die Projektstudie „Integrated Urban Morphologies“ ist der Versuch, ein Werkzeug zu entwickeln, das in den alltäglichen Entwurfsprozess integriert werden kann. Mit Hilfe dieses Werkzeugs ist es möglich, durch das Setzen einiger weniger Rahmenbedingungen, Gebäudemorphologien zu generieren, die durch das Klima und grundlegende funktionale Anforderungen geformt werden. Hierbei ist es nicht das Ziel, den Entwurfsprozess zu automatisieren, sondern vielmehr, ihn schon in frühen Konzeptphasen um die Faktoren Klima und Energieeffizienz zu bereichern und somit alternative Entwurfslösungen aufzuzeigen.“

Florian Krampe und Christopher Voss

Pumpipumpe – ein analoges Sharing System
METEOR Collectif Sabine Hirsig, Ivan Mele, Lisa Ochsenbein

Pumpipumpe setzt sich für einen bewussten Umgang mit Konsumgütern und mehr soziale Interaktion in der Nachbarschaft ein. Das Leihen und Ausleihen von Dingen, die man nur selten benutzt, soll gefördert werden. Dies geschieht nicht im Internet, sondern mit Aufklebern am Briefkasten, wo die Nachbarn täglich vorbei-
gehen. Sie treten so direkt miteinander in Kontakt, können sich Werkzeuge oder Küchengeräte ausleihen und müssen weniger Gegenstände selbst besitzen. Mehr teilen, weniger kaufen und dadurch die Umwelt schonen – das ist das Prinzip von Pumpipumpe.

Jurystatement:
„In Zeiten, in denen alles online geteilt werden kann, hat das Meteor Collectif eine pfiffige Idee für das analoge Teilen entwickelt: Nachbarn können Dinge, die sie nicht so oft brauchen, einfach gemeinsam nutzen. Toll illustriert, kinderleicht in der Anwendung – was will man mehr!“ (Steven Cook)


STARTKLAR
Esther Bätschmann http://www.estherbaetschmann.com/
ESMOD BERLIN Internationale Kunsthochschule für Mode

STARTKLAR ist eine Cradle-to-Cradle Kollektion für Männer und Frauen. Klare Linien und kraftvolle Farben bestimmen das Design. Alle Kleidungsstücke sind aus zertifizierten Cradle-to-Cradle Materialien gefertigt und rückstandsfrei wiederverwertbar, entweder im technischen oder biologischen Kreislauf. Die Verwendung dieser speziellen Materialien erforderte beispielsweise auch das Finden intelligenter Lösungen für Einlagen und Futterstoffe. STARTKLAR steht für langlebige Mode die durch ihre Schnitte belastungsfähig und formbeständig ist. Sowohl durch die Stoffe als auch die Fertigung wird Bekleidungsabfall vermieden und Produkte geschaffen, die in Qualität und Stil von großem Wert sind.

Jurystatement:
„Die Kollektion zeichnet sich durch eine gelungene Gestaltung aus, sie ist sehr stilsicher und authentisch. Die verwendeten Materialien und Hilfsmittel sind aus Umweltsicht vorteilhaft und auch die Einhaltung sozialer Standards wurde im Blick behalten.“ (Dr. Dietlinde Quack)

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