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Expterten-Interview

Die Umweltaspekte des Ecodesigns im Fokus – Interview mit Lisa Cerny vom Umweltbundesamt

Beim Ecodesign löst sich die Designauffassung von der Objektbezogenheit. Die Einreichungen für den Bundespreis Ecodesign werden vielmehr im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang betrachtet, was eine breite Expertise erfordert.
Um sich für die Jurysitzung des Bundespreises Ecodesign zu qualifizieren, müssen die eingereichten Beiträge sowohl hohen Gestaltungs- also auch Umweltansprüchen gerecht werden. Dafür wird von Vertreterinnen verschiedener Designdisziplinen im Dialog mit rund 50 Umweltexpertinnen des Umweltbundesamtes (UBA) in der ersten Stufe des Auswahlverfahrens die Qualität der Einreichungen überprüft.

Das UBA ist gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium (BMU) nicht nur Initiator des Bundespreises für Ecodesign, sondern zusammen mit dem Projektbeirat und der Jury wesentlich an der Bewertung und Qualitätsprüfung der Einreichungen beteiligt. Im Kurz-Interview erläutert Lisa Cerny, die als Mitarbeiterin des Umweltbundesamt das Projekt seit der Geburtsstunde betreut, die Maßstäbe guten Designs aus Umweltsicht.

Bitte stellen Sie sich und Ihre Aufgaben im UBA kurz vor und erzählen Sie uns, was Sie daran begeistert.
Ich bin Umweltwissenschaftlerin und arbeite seit 10 Jahren im Umweltbundesamt zu den Themen Nachhaltiger Konsum und Ecodesign. Unsere Arbeit hat zum Ziel ökologische Produktgestaltung als Gestaltungsprinzip in die Breite zu tragen. Dazu setzen wir Forschungsprojekte auf und haben in diesem Zusammenhang auch 2012 gemeinsam mit dem BMU den Bundespreis Ecodesign ins Leben gerufen.
Die Arbeit im Umweltbundesamt ist sehr vielschichtig. Als nachgeordnete Behörde des Bundesumweltministeriums gehören zu unserem Aufgabenbereichen neben der Politikberatung auch die Information der Öffentlichkeit und der Vollzug von Umweltgesetzen.
In meinem Fall bedeutet das konkret, dass ich Forschungsprojekte im Bereich Nachhaltiger Konsum betreue, deren Ergebnisse schließlich in Politikempfehlungen und Verbraucherinformationen münden.

Was sind für Sie als Umweltexpertin die wichtigsten Aspekte, die im Designprozess mitgedacht werden sollten? Auf welche Kriterien legen Sie bei der Bewertung einer Einreichung am meisten Wert?
Die erste Frage, die ich mir bei der Bewertung jeder Einreichung stelle ist, ob das Produkt in irgendeiner Weise zur Umweltentlastung beiträgt. Das kann beispielsweise über eine intelligente Kreislaufführung stattfinden, durch die Substitution von umweltschädlichen Materialien oder auch indem ein Produktnutzen durch eine Dienstleistung ersetzt wird. Außerdem legen wir Wert darauf, dass die Einreichungen so gut durchdacht sind, dass sie ebenfalls das Verbraucherverhalten berücksichtigen und im Idealfall zu einem nachhaltigen Umgang mit dem Produkt beitragen.

Der Bundespreis Ecodesign feiert im kommenden Jahr sein 10-jähriges Jubiläum. Hat sich Ihren Beobachtungen nach seit der ersten Auslobung etwas an der Relevanz des Themas nachhaltiges Design verändert?
Erfreulicher Weise wird das Thema immer präsenter. Mittlerweile gibt es zertifizierte Produkte, wie beispielsweise Textilien aus Biobaumwolle, nicht mehr nur bei ausgewählten Händlern, sondern man findet sie schon vereinzelt bei Discountern. Außerdem sehen wir bei den Einreichungen des Bundespreises Ecodesign eine Entwicklung vom reinen Produktfokus hin zu Kreislaufwirtschaft und Serviceleistungen. Aber auch das Thema Smarte Produkte kommt immer stärker.

Seit der Gründung 1974 verhilft das Umweltbundesamt als zentrale wissenschaftliche Behörde kurzgefasst das Leben in Deutschland umweltfreundlicher zu gestalten. Neben der forschenden und beratenden Unterstützung der Bundesregierung bewältigt das UBA mit den inzwischen 1.600 Mitarbeiterinnen tagtäglich ein breites Aufgabenspektrum rund um das Themengebiet Umwelt auf nationaler und internationaler Ebene.*