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»Shards steht für das ökologische und ästhetische Potential sogenannter Urban-Mining-Projekte. Glas und Ziegelsteine aus dem Bauschutt werden in einem energetisch bewussten Verfahren zu neuen Fliesen gebrannt, die sich in Farbigkeit und Haptik dezidiert vom allgemeinen Standard unterscheiden. Jedes Stück ist ein Unikat mit ganz eigener Anmutung.«

Werner Aisslinger, Jurymitglied

Drei Fragen an Lea Schücking

Können Sie sich an den Moment erinnern, an dem Sie die Idee zu Shards hatten? Wie wurde die Idee zum Produkt?
Materialien zu entwickeln und Rohstoffe zu kombinieren fand ich schon immer spannend. Besonders wenn die Kombination zweier Rohstoffe etwas ganz neues und eigenes entstehen lässt. Die Idee, Bauschutt zu verwenden hatte ich im Rahmen eines Uni-Projektes zum Thema Upcycling. Ich wollte Rohstoffe nutzen, die in großen Mengen verfügbar sind und als „Abfälle“ verkannt im Container landen. Dass aus „Shards“ ein Business werden kann, zeigte mir das große Interesse von außen. Durch Urban Mining – die Verwendung von Sekundärrohstoffen der Stadt – kann viel bewegt werden und ich freue mich, wenn ich als Produktdesignerin dazu beitragen kann.

Was war Ihr persönlicher Höhepunkt im Entwicklungsprozess von Shards? Gab es einen Tiefpunkt?
Ein neues Material zu entwickeln ist immer ein wagemutiges und zeitintensives Unterfangen, bei dem es wichtig ist, für Veränderungen offen zu bleiben und das Material nicht in ein Korsett zwängen zu wollen. Man arbeitet sich Schritt für Schritt vor und stellt lange Versuchsreihen an. Aber irgendwann kommt dann der Moment, in dem man sich entscheiden muss, ob man mit dem Material geht oder mit der geplanten Anwendung. In meinem Fall habe ich lange versucht, das Material als Schale zu formen. All die aufwendig hergestellten Schalen kamen jedoch flach aus dem Ofen. Aus purer Frustration ließ ich das Projekt vorerst ruhen und widmete mich anderen Dingen. Es brauchte Monate, bis mir eines Tages plötzlich klar wurde, was das Material werden wollte und wie ich es anstellen könnte. Das war die Geburtsstunde der Fliesen Shards.

Wo sehen Sie sich und Ihr Projekt in den nächsten fünf Jahren?
Ich glaube, dass Verbraucherinnen und Verbraucher schon lange bereit sind für mehr Produkte aus Sekundärrohstoffen. Ich sehe meine Fliesen in vielen Küchen, auf Terrassen, in Gastronomiebetrieben und im Wellnessbereich. Das Schöne an einer Materialentwicklung wie dieser ist die stetige Möglichkeit der Weiterentwicklung. Für „Shards“ bedeutet dies nicht nur neue Formatgrößen und Anwendungsbereiche, sondern auch eine Erweiterung der Ausgangsrohstoffe und damit auch der Produktpalette. Es gibt meiner Meinung nach keinen Grund, Fliesen aus Bauschutt nicht den Vorrang zu geben. Ich hoffe, innerhalb der nächsten fünf Jahre die richtigen Partner gefunden zu haben, mit denen ich das volle Potenzial von Shards entfalten kann. Ich freue mich auf diesen Weg und bin gespannt auf die Rohstoff- und Projektwelten, die mir dabei begegnen.