Methoden und Arbeitshilfen


Um die Umweltauswirkungen von Materialien, Werkstoffen oder Produkten zu bestimmen, gibt es unterschiedliche Methoden. Eine der bekanntesten ist die Ökobilanzierung bzw. die Erstellung von Lebenszyklusananlysen (Life Cycle Assessment, LCA). Neben dieser umfassenden Methode, bei der die ökologischen Auswirkungen während des gesamten Produktlebenswegs analysiert und die auftretenden Stoff- und Energieumsätze sowie die daraus resultierenden Umweltbelastungen bewertet werden, gibt es weitere Methoden, die einen bestimmten Aspekt hervorheben, z. B. kann der CO2-Fußabdruck von Produkten und Betriebsstätten (Product Carbon Footprint, PCF bzw. Corporate Carbon Footprint, CCF) bestimmt werden oder der Wasser-Fußabdruck (Water Footprint).

Bei der Anwendung dieser Methoden kommen verschiedene Arbeitshilfen zum Einsatz, von einfachen Werkzeugen wie dem von der flämischen Abfallbehörde entwickelten Ecolizer 2.0 und dem SIS Toolkit, die auch für Designerinnen und Designer geeignet sind, über Datenbanken und technische Regelwerke bis hin zu komplexen Berechnungs- und Visualisierung-Tools, wie z. B. Ecoinvent und Umberto.

Hilfreich bei der Produktentwicklung ist auch der an der TU Wien entwickelte Ecodesign Pilot, ein Softwaretool, welches Produktentwickler und Konstrukteure unterstützt, indem geeignete Strategien und konkrete Maßnahmen zur umweltrelevanten Verbesserung von Produkten vorschlagen werden. Das Werkzeug kann bereits in der Planungsphase eingesetzt werden. Es wurde für firmenspezifische Anwendungsgebiete immer wieder angepasst und erweitert, für die Textilbranche wurde eine eigene Version entwickelt.

Das im Auftrag des UBA vom Hamburger Ökopol-Institut in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Design Zentrum Berlin entwickelte Ecodesign Kit bietet eine Sammlung verschiedener Lehr- und Lernmaterialien für Studierende.

Einen guten Überblick über Ecodesign-Methoden und Werkzeuge bietet auch das eBook „Was ist Ecodesign?“ Unter folgendem Link auch zum Download: http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/was-ist-ecodesign

Ökobilanz


Ursprünglich vor allem zur Bewertung von Produkten entwickelt, kann eine Ökobilanz heute auch für Dienstleistungen oder Verfahren erstellt werden. Grundsätze und Regeln zur Durchführung von Ökobilanzen wurden in den ISO-Standards 14040:2006 und 14044:2006 international festgelegt und in das deutsche Normenwerk übertragen (DIN EN ISO 14040, DIN EN ISO 14044). Danach umfasst eine Ökobilanz vier Elemente:

  • Definition von Ziel und Untersuchungsrahmen
  • Sachbilanz
  • Wirkungsabschätzung
  • Auswertung


Ein wesentliches Problem bei der Durchführung von Ökobilanz-Projekten stellt die oftmals sehr eingeschränkte Verfügbarkeit geeigneter Daten dar. Umweltbezogene Daten zu Produkten und Prozessen sind häufig nicht öffentlich oder nur durch mühevolle Recherche zugänglich. Hier bietet das Umweltbundesamt über das Internet-Portal ProBas (Prozessbezogene Basisdaten für Umweltmanagement-Instrumente) eine Vielzahl von öffentlich verfügbaren Datensätzen aus unterschiedlichen Quellen an, die für die Erstellung von Ökobilanzen genutzt werden können.

Product Carbon Footprint


In den letzten Jahren wurden verschiedene Initiativen zur Ermittlung der CO2-Bilanz von Produkten ergriffen, um deren konkreten CO2-Fußabdruck, den Product Carbon Footprint, abzubilden. Leider gibt es jedoch hierfür bisher keine einheitliche und akzeptierte Methodik. Ein international verbindlicher ISO-Standard (ISO 14067) zum Product Carbon Footprint und eine international harmonisierte Richtlinie sind derzeit in Arbeit.

2009 haben BMUB und UBA das Öko-Institut beauftragt, Vorschläge für eine Methodik zur Ermittlung und Darstellung des Product Carbon Footprint zu entwickeln. Die Ergebnisse sind in dem Memorandum zum Product Carbon Footprint festgehalten. Das Memorandum wird in die internationalen Prozesse zur Standardisierung des Product Carbon Footprint eingespeist.

Water Footprint


Um den Wasser-Fußabdruck zu ermitteln, wird zum tatsächlichen vor Ort verbrauchten Wasser auch das sogenannte virtuelle Wasser hinzugerechnet, also das Wasser, das benötigt wird, um Lebensmittel oder Waren, die vor Ort verbraucht bzw. genutzt werden, herzustellen. Nach den Berechnungen der niederländischen Non-Profit-Organisation Water Footprint Network liegt der so ermittelte Wasserverbrauch in Deutschland bei 1.545.000 Litern pro Person und Jahr oder 4.230 Litern pro Tag. Die Umweltstiftung WWF kommt in einer ähnlichen Studie zum Wasser-Fußabdruck sogar auf 5.288 Liter pro Person und Tag – das entspricht etwa 27 gefüllten Badewannen.

Verantwortlich für diesen hohen Verbrauch ist vor allem unser Lebensstandard, insbesondere der Fleischkonsum und die intensive Nutzung von Industrieprodukten. So fallen beispielsweise bei der Herstellung eines Autos durchschnittlich 400.000 Liter virtuelles Wasser an, für einen Computer 20.000 Liter.

Ein international verbindlicher ISO-Standard zum Water Footprint (ISO 14046) befindet sich in der Entwurfsphase.

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