Definitionen von Design und Ecodesign


Grundsätzlich ist es nicht möglich, ein einheitliches Bild von Design zu zeichnen und eine allgemeingültige Definition zu formulieren. Die Ansichten über die Bedeutung, Ziele, Aufgaben und den Gegenstand von Design sind unterschiedlich, die Definitionsversuche zahlreich. Sie reichen von semantischen Herleitungen bis hin zu komplexen Beschreibungen oder persönlichen Meinungsäußerungen. Auch zum Ecodesign gibt es eine ganze Reihe von Definitionen, die häufig genauso be- und umschreibend. Deshalb finden Sie hier keine einzig wahre und allgemeingültige Definition, sondern eine exemplarische Sammlung von Definitionen, Ansichten und Statements zum (ökologischen) Design, die die Vielschichtigkeit aufzeigen.

Definitionen, Ansichten, Statements zum Design


Design, ästhetisch-funktionale, auch künstlerisch ambitionierte Gestaltung von Produktions- und Gebrauchsmustern und ihr Ergebnis, im Unterschied zur Formgebung aus rein funktionsbezogener Sicht.“ (Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG 2007)

Das Wort ‚Design‘ kommt sprachgeschichtlich aus dem italienischen ‚disegno‘. In der Renaissance meinte der Begriff ‚disegno interno‘ das Konzept eines auszuführenden Kunstwerks, den Entwurf, die Zeichnung und ganz allgemein die einer Arbeit zugrunde liegende Idee. ‚Disegno esterno‘ bedeutet dagegen das ausgeführte Werk.“ (Beat Schneider, zitiert aus: Design – Eine Einführung: Entwurf im sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Kontext, Basel 2009, S. 195)

„Design bezieht sich auf den kulturellen Zustand einer Epoche, der Zeit, der Welt. Die heutige Welt ist definiert durch ihren Entwurfszustand. Die heutige Zivilisation ist eine vom Menschen gemachte und also entworfen. Die Qualität der Entwürfe ist die Qualität der Welt.“ (Otl Aicher, zitiert aus: Die Welt als Entwurf, Berlin 1991, S. 12)

Alle Menschen sind Gestalter. Fast alles, was wir tun, ist Design, ist Gestaltung, denn das ist die Grundlage jeder menschlichen Tätigkeit. Das Planen und Konzipieren von Handlungen auf ein erwünschtes, absehbares Ziel hin nennt man Gestaltungsprozess.“ (Victor Papanek, zitiert aus: Design für die reale Welt: Anleitung für eine humane Ökologie und sozialen Wandel, Wien 2009, S. 20)

Design, so kann verallgemeinert werden, hat den Anspruch, die Welt zum Wohl der Menschen besser zu gestalten. Doch hinter dem Begriff verbirgt sich weit mehr als eine attraktive Objektwelt. Design gestaltet Kommunikation und schafft Identität. Es ist bewusstes Handeln zur Herstellung sinnvoller Ordnung und somit Teil unserer Kultur.“ (Beat Schneider, zitiert aus: Design – Eine Einführung: Entwurf im sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Kontext, Basel 2009, S. 9)

„Jedes Designobjekt ist als Ergebnis eines Entwicklungsprozesses zu verstehen, dessen Verlauf immer von verschiedenen – nicht nur gestalterischen – Bedingungen und Entscheidungen geprägt ist. Gesellschaftlich-kulturelle Entwicklungen, geschichtliche Hintergründe und produktionstechnische Bedingungen spielen dabei ebenso eine Rolle wie ergonomische, soziale und ökologische Anforderungen, wirtschaftliche oder politische Interessen oder künstlerische Ansprüche. Sich mit Design zu beschäftigen heißt deshalb auch immer, die Bedingungen, unter denen es entstanden ist, zu reflektieren.“ (Bernhard Bürdek, zitiert aus: Design – Geschichte, Theorie und Praxis der Produktgestaltung, Köln 1991, S. 118)

„Es gibt keine Definitionen, keine finalen Versionen, Design und dessen Facetten zu fesseln oder abschließend zu fixieren. [...] Denn auch dies zeichnet Design aus: Es ist nicht statisch, nicht fixierbar, sondern lebendig, und es realisiert sich im Gebrauch und in den Diskussionen, die über Design geführt werden.“ (Michael Erlhoff, zitiert aus: Erlhoff, Michael; Marshall, Tim (Hg.): Wörterbuch Design: Begriffliche Perspektiven des Design, Birkhäuser: Basel, Boston, Berlin 2008, S. 7 )

Definitionen, Ansichten, Statements zum Ecodesign


Ökodesign ist ein systematischer und umfassender Betrachtungs- und Gestaltungsansatz für Produkte, welcher das Ziel verfolgt, die Umweltbelastungen über den gesamten Lebenszyklus durch verbessertes Produktdesign zu mindern. In der Produktplanungs- und -designphase können Produzenten Einfluss auf jede Phase der Wertschöpfung und des stofflichen Lebensweges nehmen und ökologische Innovationen voranbringen. Die umweltverträgliche Gestaltung von Produkten erfordert quantitative und qualitative Bewertungsmaßstäbe und unterstützende Instrumente. Hierfür stehen mittlerweile eine Reihe von Checklisten, Handbüchern bis hin zu Softwarelösungen basierend auf der methodischen Grundlage der Ökobilanzierung zur Verfügung. Es gelingt auch zunehmend Ökodesign-Grundsätze in Produktnormen zu verankern. Definition des Umweltbundesamtes

„Die Grundregel für Ökodesign ist, soviel wie nur möglich an Nutzen (und Spaß) zu erzeugen mit der geringstmöglichen Menge an natürlichen Ressourcen (einschließlich Rucksäcken) für die längst mögliche Zeit.“ (Friedrich Schmidt-Bleek, 2000) Faktor 10 Manifesto

Der Begriff ‚EcoDesign’ beschreibt eine systematische Vorgehensweise, die zum Ziel hat, möglichst frühzeitig ökologische Aspekte in den Produktplanungs-, -entwicklungs- und -gestaltungsprozess einzubinden. Das heißt, zu den klassischen Kriterien der Produktentwicklung wie Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Ergonomie, technische Machbarkeit und nicht zuletzt Ästhetik kommt die Anforderung ‚Umwelt’ hinzu. Die Bezeichnung EcoDesign drückt aus, dass Ökologie (Ecology) und Ökonomie (Economy) innerhalb der EcoDesign-Vorgehensweise mit Hilfe von gutem Design vereint werden sollen. Kurz gesagt, führt EcoDesign zu Produkten, Systemen, Infrastrukturen und Dienstleistungen, die bei optimaler Erfüllung des gewünschten Nutzens eine minimale Menge an Ressourcen, Energie und Fläche benötigen, bei gleichzeitiger Minimierung des Schadstoffeinsatzes und -ausstoßes und der Abfälle – und das über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg.“ (zitiert aus: Tischner, Ursula; Schmicke, Eva; Rubik, Frieder; Prösler, Martin: Was ist EcoDesign? Ein Handbuch für ökologische und ökonomische Gestaltung, herausgegeben vom Umweltbundesamt, Berlin 2000, S. 12)

„Im Zusammenhang mit der Entwicklung umweltgerechter Produkte tauchen Begriffe auf wie EcoDesign (bzw. Öko-Design), Design for the Environment (DfE), Life Cycle Design (LCD), Design for Sustainability (DfS) und andere mehr. Während Begriffe, die sich auf Sustainability bzw. Nachhaltigkeit beziehen, meist in einem über die Produktentwicklung hinausgehenden, größeren und vielfach auch sozialen und gesellschaftlichen Kontext gebraucht werden, haben sich die genannten Begriffe im Zusammenhang mit der Entwicklung umweltgerechter Produkte etabliert. Problematisch ist jedoch, dass es für diese Begriffe keine einheitlichen Definitionen gibt. […] Insbesondere in Umweltberichten von Unternehmen wird der Begriff EcoDesign weit gefasst. So kann er die Bereitstellung von Entsorgungseinrichtungen für die Produkte bedeuten, die Berücksichtigung einer Checkliste zur Materialauswahl in der Produktentwicklung oder auch die prospektive Verringerung aller Umweltwirkungen der Produkte über den gesamten Produktlebensweg auf Grundlage aufwendiger Ökobilanzen umfassen.“ (zitiert aus: Abele, Eberhard; Anderl, Reiner; Birkhofer, Herbert; Rüttinger, Bruno: EcoDesign: Von der Theorie in die Praxis, Berlin/Heidelberg 2008, S. 3f)

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